Montag, 3. November 2014

WEEZER...!



WEEZER's Debütalbum hat mich '94 komplett umgehauen, da mich die Melodien und Harmonien stark an die Beach Boys erinnert haben; hier allerdings in brachialem Gitarrengewand, welches die merkwürdige Lücke schloss, die in mir entstand, nachdem Kurt Cobain sich von dieser Welt verabschiedete.

Ich lag im Krankenhaus und hatte von 2 lieben Freunden damals ein Tape (WALKMAN!) geschenkt bekommen...

BUDDY HOLLY hatte nicht nur das coolste Video seit Smells like Teen Spirit, nein...dieser Song sprühte vor Selbstbewußtsein, Selbstironie und dem kleinen Funken Wahnsinn, den die weitunterschätzte Spätpubertät so mit sich brachte.

Weezer's erstes Album war ein Rettungsanker im Meer der hilflosen jungen Menschen des Jahres 1994.

Jeder Song des Debüts hätte als Single ausgekoppelt und ein Hit werden können; im Laufe der Jahre ist das gesamte Album von unzähligen Leuten (bekannt und unbekannt) gecovert worden.
Da ich aber von den wenigsten dieser teilweise sehr enttäuschenden Versionen etwas hielt, fand ich, daß es Zeit ist, WEEZER selbst mal einfach Weezer sein zu lassen und verweise hier auf einen Stream des gesamten ersten Albums:

Here we go:



Dienstag, 28. Oktober 2014

Christmas...!

"The beauty and the elegance of this time of year
Only heightens all the darkness in me"

- Glasvegas - "Please come back home"

Weihnachtszeit...

ich muß hier mal eine Bresche schlagen für die Weihnachtszeit; das Weihnachtsfest und alles, was damit zusammenhängt: die Vorfreude, das warme Gefühl im Bauch, die Familienzusammenkunft und diese merkwürdige Melancholie, die während der gesamten Zeit in der Luft liegt.

Ich muß immer lächeln, wenn ich jedes Jahr aufs Neue die üblichen Sprüche zu hören bekomme:

- "...das ist ein Tag wie jeder andere...",
- "...das ganze Jahr über guckt man sich mit dem Arsch nicht an und zu Weihnachten heucheln sich alle Friede, Freude und Eierkuchen um die Ohren..."
- "...pure Geldverschwenderei...da geben die Leute Geld aus, das sie nicht haben..."

Ehrlich: nachvollziehen kann ich diese Gedanken nur bedingt. Und ich fühle mich bei solchen Leuten stets an Ebenezer Scrooge erinnert; dem Miesepeter aus Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte.

Bei mir muß da irgendetwas anders gelaufen sein. 
Miesepetrig bin ich das ganze Jahr über; aber im Dezember flackert in mir ein Licht. 
So eins wie die, die draußen in der Stadt angebracht werden, um den tristen Betonfassaden in den Abendstunden eine wohlige Wärme zu verpassen.
Die einem, wenn man während der Arbeit aus dem Fenster schaut, ein sicheres Gefühl geben. Als wollen sie sagen: "Wir warten auf dich".

Bemerkenswert ist, daß ich keineswegs auf ein Familienfest und den verbundenen Annehmlichkeiten angewiesen bin.
Ich bin mit der Weihnachtszeit im Reinen, fühle mich gut und gut aufgehoben. Auch, wenn ich alleine mit einer Kerze in einem Zimmer sitzen würde.
Mich erfüllt diese Zeit. Dabei interessieren mich weder die geschichtlichen Hintergründe noch der Konsumterror.
Ich mache Weihnachtsmusik an und die Stimmung ist perfekt.

Neben den üblichen Verdächtigen zur musikalischen Festtagsuntermalung wie Bing Crosby und Konsorten gibt es natürlich auch weitaus interessanteres Futter für den Plattenteller, respektive CD-Player...:

GLASVEGAS: A snowflake fell (and it felt like a kiss) 



die ziemlich ultimative Weihnachts-E.P.:
 Schwerst melancholisch (fast schon depressiv), hochmelodisch, modern. Und wer auf einem Weihnachts-Tonträger einen Titel wie "Fuck you, It's over" verpackt, hat sowieso gewonnen. Wirklich großartig!


Wer es rockiger und rolliger braucht und auf guten, alten Rock'n'Roll steht (wer tut das nicht?), wird mit BRIAN SETZER
ganz sicher glücklich. Brian ist 'ne coole Sau und hat seinen höchsteigenen Stil; Weihnachtsalben und -tourneen gehören zum Setzer'schen Pflichtprogramm; daher kann ich Euch die famose CD/DVD-Combo "The Ultimate Christmas Collection" (2008) ans Herz legen.
Die CD rockt wie Hulle und auf der beiliegenden (auch separat erhältlichen) DVD befindet sich das "Christmas Extravaganza" Konzert, bei dem deutlich gemacht wird, wie man Weihnachten wirklich FEIERT!




...und nicht vergessen: Ich habe vor 14 Jahren auch ne Weihnachts CD aufgenommen.
Das ganze ist mit billigsten Mitteln aufgenommen und war eigentlich als Spaß gedacht und ist eine krude und wilde Mischung aus Rock, Rap, Hip Hop und Reggae (!)...
Jedoch hat das ganze auch neben den musikalischen Unzulänglichkeiten auch eine Schwermut und Melancholie, die durchaus beabsichtigt war :-)

Kein Humbug.


Freut Euch, ihr Miesepeter!







Montag, 27. Oktober 2014

Vancouver Sleep Clinic...!





Interessanter Bandname, Song "Vapour" irgendwo gehört, CD bestellt...Blogeintrag geschrieben:

Vancouver Sleep Clinic scheint eine Ein-Mann-Band aus Australien zu sein, die von Tim Bettinson ins Leben gerufen wurde (angeblich ist der Kerl nicht mal 20!).
Laut Beschreibung schrieb er die Lieder zur Debüt-EP "WINTER" im Alleingang auf ziemlich günstigem Equipment und tourt mittlerweile mit drei Musikern rund um den Globus.

Die Musik kann direkt über VSCs Homepage bestellt und angehört werden. Lohnt in jedem Fall für Freunde der ruhigen Töne. Die hohe Stimme ist sicher nicht jedermanns Ding, aber das ist auch gut so.






Joe Strummer...!

Mal sehen, vielleicht finde ich irgendwann mal die Zeit, um über all meine musikalischen Wegbegleiter zu schreiben...was ich im Grunde in meinem Blog ja schon tue; bisher allerdings fehlt mir darin ein wenig die Vergötterung so mancher Musiker. 

Joe Strummer hat einen besonderen Platz in meinem Leben. 

 Seltsam wird es, wenn ich feststelle, daß viele dieser Menschen schon verstorben sind. Und ich bleibe stets mit den üblichen Fragen zurück..."Warum?"..."welche Musik hätte da noch entstehen können?", etc... Und manchmal suche ich tatsächlich nach Hinweisen in Songs, die mir all die Fragen beantworten können. Dann wiederum genieße ich einfach mit einem breiten Grinsen, was mir ein ums andere Mal das Gefühl gibt, nicht alleine zu sein mit den Gefühlen und Fragen und spaziere in der Nacht auch schonmal mit den Ramones durch Versmold... 

The Clash waren groß; welchen Anteil Joe Strummer am Erfolg der Band und welchen Einfluß er (und vor Allem seine markante Stimme) auf die Songs hatte, wird deutlich, wenn man sich seine Soloalben anhört. Eigenwillig, eigenständig, experimentierfreudig, politisch, humorvoll. 

 Ich lasse hier als Anspieltip mal "Forbidden City" von "Rock Art and the X-Ray Style" stehen und wünsche wie immer gute Unterhaltung. 




Donnerstag, 16. Oktober 2014

Samiam - Trips!

Da haben die glorreichen SAMIAM tatsächlich ihr famoses 2011er Album "Trips" komplett als Stream online gestellt. Das teile ich hiermit feierlich und gebe als Anspieltips "80 West" und "El Dorado" an: 
Edit: mittlerweile hat es jemand anders komplett bei YT hochgeladen, daher dieses Update

Sonntag, 21. September 2014

Herz? Verloren...!

Da hat Farin ja mal wieder einen geilen Ohrwurm zusammengeschraubt... Das Video ist bös, aber eben auch typisch...: 

Freitag, 19. September 2014

Ikarus vom Lautertal...!

Es sind nun zirka zwei Monate vergangen, seit ich erstmals durch meine Liebe und Verbundenheit zur Musik auf GUSTAV MESMER, dem "IKARUS VOM LAUTERTAL", gestoßen bin.
Ich hörte mir GRACHMUSIKOFF's "Dame oder Schwein" an und wollte meine CD-Sammlung über die offizielle Homepage der Gebrüder Köberlein (Alexander und Georg, Gründer der Bands "Schwoißfuaß" und eben "Grachmusikoff") erweitern.

Beim Erkunden jener Internetseite stieß ich in der Diskografie auf die weitgefächerten musikalischen Auswüchse der Brüder, die von Soloalben über Live-Kollaborationen bis zur Vertonung eines Hörspiels mit dem Namen "Gustav Mesmer - Ikarus vom Lautertal genannt" reichen.

Neugierde packte mich; und nachdem ich mich etwas schlauer gelesen hatte, ließ mich die (wahre) Geschichte um den FLUGRADBAUER Gustav Mesmer nicht mehr los...

Kurzerhand wurde das Hörspiel bestellt und in fast unglaublicher Geschwindigkeit geliefert.

Die Aufmachung ließ meinen Unterkiefer für geschätzte zwei Minuten ein wenig tiefer klappen:
















wundervoll, einzigartig, traumhaft.

Die CD habe ich mir dann sofort mehrfach in Folge angehört.

Ich liebe die Musik der Köberleins. Und diese greift hier ganz besonders. Der Text des Hörspiels stammt von Holger Reile (der hier auch die Erzählerrolle übernimmt), und wurde von Franz Xaver Ott (als Gustav Mesmer) und desweiteren von Michael Heinsohn (Arzt) sehr gut vertont.

Geboren im Januar 1903 wandte sich Gustav Mesmer, durch eine stark religiöse Familie erzogen, der Kirche zu und ging im Alter von 19 Jahren ins Kloster Beuron, welches er gut sechs Jahre später wieder verließ, da er von einem reliegiösen Leben eine andere Vorstellung gehabt hat.

Folgenschwer und prägend dann der Vorfall am 17.März 1929, als Gustav, aus einem "religiösen Überschwang" in der Altshausener Dorfkirche eine dort stattfindende Konfirmationsfeier störte und dort Unruhe stiftete, indem er seine Auffassung zu Gott und Kirche kundtat, was die Anwesenden dort dermaßen aufbrachte, daß sie Gustav aus der Kirche zerrten und er in der näheren Umgebung wie durch ein Lauffeuer zum Tagesgespräch wurde.

Seine Familienangehören waren dermaßen entsetzt, daß sie ihn elf Tage nach jenem Vorfall in die Heilanstalt Bad Schussenried einliefern ließen.



Nun begann für Gustav eine 35-jährige (!) Odyssee durch verschiedene Heilanstalten, in denen er seit den 1930er Jahren an eigensinnigen, detaillierten Visionen von Fluggeräten arbeitete, die, von menschlicher Muskelkraft betrieben, funktionieren sollten. Schließlich durfte er im Alter von 61 Jahren (1964) in ein Altenheim nach Buttenhausen (seiner letzten Lebensstation) ziehen, von wo aus er seinem Antrieb für den Bau eines Flugrades nunmehr ohne Einschränkungen oder Spott nachging...

Zeitlebens belächelt, ob seines klaren Verstandes für die Umsetzung des ewigen Menschheitstraumes vom Fliegen, fand Gustav Mesmer im hohen Alter doch noch Anerkennung durch Ausstellungen, in denen seine Flugräder Aufmerksamkeit und vor allem Anerkennung fanden.

Gustav Mesmer starb am 25.12.1994.

Auf der Seite http://www.gustavmesmer.de/ gibt es mehrere Publikationen, die Interessenten dort online beziehen können. Ich möchte an dieser Stelle allen Beteiligten des Hörspiels und selbstredend den Verwaltern der Erinnerung an jenen eigensinnigen, revolutionären Mann, der selbst in den dunkelsten Stunden (und Jahren) seines Lebens stets angemessen und sich selbst treu bleibend seine Vision verfolgte, meinen Dank aussprechen; allen voran Stefan Hartmaier, der mich mit Informationen und überraschender Dankbarkeit überfiel :-) Danke!

Ich muß zugeben: Ursprünglich ging es mir in erster Linie um die Lieder auf der CD da ich im Internet nirgends auf eine genaue Auflistung der Musik gestoßen bin, die die Gebrüder Köberlein hierfür verfaßt haben. Im Nachhinein macht dieses Gesamtwerk einen unglaublich wunderbaren Eindruck, da alles ineinandergreift und einen als Hörer begeistert und nachdenklich hinterläßt.