„Es gibt so viel Bigotterie,
Gewalt und Krieg, aber all dies wurde erschaffen. Sie sind nicht
notwendig, sie wurden kreiert. Die Menschen vergessen, dass das
menschliche Herz in jedem von uns gleich ist. Daher kommt unser
Bandname.“
Okay, hiermit bin ich ein wenig spät dran, muß aber trotzdem sein:
Im August 2014 erschien das Debütalbum von WOVENWAR, einer Band die aus den "verbliebenen" Musikern von AS I LAY DYING (Nick Hipa, Phil Sgrosso, Josh Gilbert,
Jordan Mancino)und dem Gitarristen von OH SLEEPER (Shane Blay), der bei WOVENWAR nunmehr als Hauptsänger und Gitarrist fungiert, bestehen.
Da AS I LAY DYING aufgrund der Verurteilung ihres Sängers (Tim Lambesis wurde im Mai 2013 wegen Anstiftung zum Mord an seiner Ehefrau zu sechs Jahren Haft verknackt) vor den Scherben ihres Erfolgs standen, begannen schon kurz darauf die Arbeiten an neuen Songs.
Nick Hipa schlug vor, seinen Freund Shane Blay von OH, SLEEPER als neuen Sänger an Bord zu holen, mit dem er schon zuvor einige Songs gemeinsam geschrieben hatte.
Im direkten Vergleich zu AILD stehen nun Shanes klarer, melodischer Gesang und mehr rhythmische Dynamik im Vordergrund.
Das Album wurde am 1.August 2014 veröffentlicht, setzte in der ersten Verkaufswoche 7000 Exemplare ab und stieg in den amerikanischen Billboardcharts auf Platz 36 ein.
Erste Singleauskopplung war ALL RISE, ein soundtechnisch fetter Metalbrocken, der sich jedoch von der geilen Stimme Shane Blays erstaunlich von der Masse abhebt und mich bisweilen an STONE SOURs (respektive SLIPKNOTs) Corey Taylor erinnert. Einfach geil.
So, und nun Lauscher auf, Regler nach rechts und los:
WEEZER's Debütalbum hat mich '94 komplett umgehauen, da mich die Melodien und Harmonien stark an die Beach Boys erinnert haben; hier allerdings in brachialem Gitarrengewand, welches die merkwürdige Lücke schloss, die in mir entstand, nachdem Kurt Cobain sich von dieser Welt verabschiedete.
Ich lag im Krankenhaus und hatte von 2 lieben Freunden damals ein Tape (WALKMAN!) geschenkt bekommen...
BUDDY HOLLY hatte nicht nur das coolste Video seit Smells like Teen Spirit, nein...dieser Song sprühte vor Selbstbewußtsein, Selbstironie und dem kleinen Funken Wahnsinn, den die weitunterschätzte Spätpubertät so mit sich brachte.
Weezer's erstes Album war ein Rettungsanker im Meer der hilflosen jungen Menschen des Jahres 1994.
Jeder Song des Debüts hätte als Single ausgekoppelt und ein Hit werden können; im Laufe der Jahre ist das gesamte Album von unzähligen Leuten (bekannt und unbekannt) gecovert worden.
Da ich aber von den wenigsten dieser teilweise sehr enttäuschenden Versionen etwas hielt, fand ich, daß es Zeit ist, WEEZER selbst mal einfach Weezer sein zu lassen und verweise hier auf einen Stream des gesamten ersten Albums:
"The beauty and the elegance of this time of year
Only heightens all the darkness in me"
- Glasvegas - "Please come back home"
Weihnachtszeit...
ich muß hier mal eine Bresche schlagen für die Weihnachtszeit; das Weihnachtsfest und alles, was damit zusammenhängt: die Vorfreude, das warme Gefühl im Bauch, die Familienzusammenkunft und diese merkwürdige Melancholie, die während der gesamten Zeit in der Luft liegt.
Ich muß immer lächeln, wenn ich jedes Jahr aufs Neue die üblichen Sprüche zu hören bekomme:
- "...das ist ein Tag wie jeder andere...",
- "...das ganze Jahr über guckt man sich mit dem Arsch nicht an und zu Weihnachten heucheln sich alle Friede, Freude und Eierkuchen um die Ohren..."
- "...pure Geldverschwenderei...da geben die Leute Geld aus, das sie nicht haben..."
Ehrlich: nachvollziehen kann ich diese Gedanken nur bedingt. Und ich fühle mich bei solchen Leuten stets an Ebenezer Scrooge erinnert; dem Miesepeter aus Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte.
Bei mir muß da irgendetwas anders gelaufen sein.
Miesepetrig bin ich das ganze Jahr über; aber im Dezember flackert in mir ein Licht.
So eins wie die, die draußen in der Stadt angebracht werden, um den tristen Betonfassaden in den Abendstunden eine wohlige Wärme zu verpassen.
Die einem, wenn man während der Arbeit aus dem Fenster schaut, ein sicheres Gefühl geben. Als wollen sie sagen: "Wir warten auf dich".
Bemerkenswert ist, daß ich keineswegs auf ein Familienfest und den verbundenen Annehmlichkeiten angewiesen bin.
Ich bin mit der Weihnachtszeit im Reinen, fühle mich gut und gut aufgehoben. Auch, wenn ich alleine mit einer Kerze in einem Zimmer sitzen würde.
Mich erfüllt diese Zeit. Dabei interessieren mich weder die geschichtlichen Hintergründe noch der Konsumterror.
Ich mache Weihnachtsmusik an und die Stimmung ist perfekt.
Neben den üblichen Verdächtigen zur musikalischen Festtagsuntermalung wie Bing Crosby und Konsorten gibt es natürlich auch weitaus interessanteres Futter für den Plattenteller, respektive CD-Player...:
GLASVEGAS: A snowflake fell (and it felt like a kiss)
die ziemlich ultimative Weihnachts-E.P.:
Schwerst melancholisch (fast schon depressiv), hochmelodisch, modern. Und wer auf einem Weihnachts-Tonträger einen Titel wie "Fuck you, It's over" verpackt, hat sowieso gewonnen. Wirklich großartig!
Wer es rockiger und rolliger braucht und auf guten, alten Rock'n'Roll steht (wer tut das nicht?), wird mit BRIAN SETZER
ganz sicher glücklich. Brian ist 'ne coole Sau und hat seinen höchsteigenen Stil; Weihnachtsalben und -tourneen gehören zum Setzer'schen Pflichtprogramm; daher kann ich Euch die famose CD/DVD-Combo "The Ultimate Christmas Collection" (2008) ans Herz legen.
Die CD rockt wie Hulle und auf der beiliegenden (auch separat erhältlichen) DVD befindet sich das "Christmas Extravaganza" Konzert, bei dem deutlich gemacht wird, wie man Weihnachten wirklich FEIERT!
...und nicht vergessen: Ich habe vor 14 Jahren auch ne Weihnachts CD aufgenommen.
Das ganze ist mit billigsten Mitteln aufgenommen und war eigentlich als Spaß gedacht und ist eine krude und wilde Mischung aus Rock, Rap, Hip Hop und Reggae (!)...
Jedoch hat das ganze auch neben den musikalischen Unzulänglichkeiten auch eine Schwermut und Melancholie, die durchaus beabsichtigt war :-)
Interessanter Bandname, Song "Vapour" irgendwo gehört, CD bestellt...Blogeintrag geschrieben:
Vancouver Sleep Clinic scheint eine Ein-Mann-Band aus Australien zu sein, die von Tim Bettinson ins Leben gerufen wurde (angeblich ist der Kerl nicht mal 20!).
Laut Beschreibung schrieb er die Lieder zur Debüt-EP "WINTER" im Alleingang auf ziemlich günstigem Equipment und tourt mittlerweile mit drei Musikern rund um den Globus.
Die Musik kann direkt über VSCs Homepage bestellt und angehört werden. Lohnt in jedem Fall für Freunde der ruhigen Töne. Die hohe Stimme ist sicher nicht jedermanns Ding, aber das ist auch gut so.